Welche Kompetenzen brauchen Schüler:innen, um Künstliche Intelligenz nicht nur zu nutzen, sondern sie auch kritisch zu verstehen und verantwortungsvoll mitzugestalten?
Mit dieser Frage habe ich mich 2025 intensiv im Rahmen meiner Arbeit als Content- und Communitymanagerin beim KI-Campus im Bereich KI in der Bildung beschäftigt. Im Juni 2026 wurde nun das finale AI Literacy Framework for Primary and Secondary Education von OECD und Europäischer Kommission veröffentlicht – für mich ein schöner Anlass, noch einmal auf diese Arbeit zurückzublicken.
Was bedeutet AI Literacy?
KI-Kompetenz bedeutet mehr, als ChatGPT bedienen oder gute Prompts schreiben zu können. Schüler:innen brauchen Wissen darüber, wie KI funktioniert, aber auch die Fähigkeit, Ergebnisse kritisch zu hinterfragen, KI sinnvoll einzusetzen und Chancen und Risiken einschätzen zu können.
Das AI Literacy Framework verbindet deshalb Wissen, Fähigkeiten und Haltungen und beschreibt vier Kompetenzbereiche: Engage with AI, Create with AI, Manage AI und Shape AI.
Wie wird daraus Bildungspraxis?
2025 habe ich im Rahmen meiner Tätigkeit beim KI-Campus eine interdisziplinäre Taskforce zum AI Literacy Framework geleitet. Dafür habe ich Expert:innen aus Bildungswissenschaft, Schulpraxis und Bildungsorganisationen zusammengebracht, den fachlichen Austausch organisiert und moderiert sowie die Rückmeldungen zum damaligen Framework-Entwurf gebündelt und ausgewertet.
Unser Feedback aus der deutschen Bildungspraxis wurde anschließend in den internationalen Entwicklungsprozess von OECD und Europäischer Kommission eingebracht.
Besonders spannend fand ich dabei die Frage: Wie wird aus einem internationalen Kompetenzrahmen etwas, das Lehrkräfte tatsächlich im Unterricht nutzen können?
Gemeinsam mit Stefanie Schlunk habe ich unsere Arbeit und Ideen für den Transfer in die schulische Praxis anschließend in einem Blogartikel für den KI-Campus ausführlicher aufbereitet:
AI Literacy in der Schule: So werden KI-Kompetenzen Teil des Unterrichts
Auch beim KI Summit für Lehrkräfte 2025 von App Camps durfte ich mich mit dieser Frage beschäftigen. In meinem Workshop „KI-Kompetenz in der Schule stärken: Das AI Literacy Framework als praxisnahe Orientierung“ haben wir gemeinsam daran gearbeitet, wie sich AI Literacy ganz konkret auf Schule und Unterricht übertragen lässt.

Foto: Tom Wiedemann / App Camps
Mehr zum KI Summit für Lehrkräfte 2025
Was nehme ich daraus mit?
Die Arbeit an AI Literacy hat für mich noch einmal deutlich gemacht: Gute Bildung endet nicht bei der Vermittlung von Wissen.
Gerade bei einem so komplexen und schnelllebigen Thema wie KI geht es auch darum, Menschen zu befähigen, Informationen kritisch einzuordnen, eigene Entscheidungen zu treffen und Entwicklungen selbstbestimmt mitzugestalten. Und dafür braucht es mehr als einzelne engagierte Lehrkräfte. KI-Kompetenz in der Schule zu verankern, ist eine gemeinsame Aufgabe von Bildungspraxis, Wissenschaft und Bildungspolitik.
Schule kann Schüler:innen nicht auf jedes KI-Tool vorbereiten, das in den nächsten Jahren entstehen wird. Sie kann ihnen aber Kompetenzen mitgeben, mit denen sie auch zukünftigen Entwicklungen reflektiert begegnen können.
Das finale Framework ist inzwischen hier veröffentlicht, auch mit deutscher Übersetzung:


